Eine Zeitreise zurück in meine Jugendjahre
Erinnerungen an eine Zeit, als in den Düdinger-Mösern noch Eishockey gespielt wurde. Meine erste Begegnung mit dieser natürlichen Eisfläche hatte ich bereits als Kind. Mein Vater nahm mich mit hinüber ins «Moos», wo ich meine ersten Gehversuche auf Kufen machte. Dabei handelte es sich allerdings noch nicht um richtige Schlittschuhe, sondern um sogenannte «Stolleschrieser», wie wir sie im Düdinger Sprachgebrauch nannten – auf Hochdeutsch spöttisch «Absatzreisser».
Diese Kufen wurden an gewöhnlichen Winterschuhen befestigt und mit einem Vierkantschlüssel fest an den Schuhabsätzen festgeklemmt. Den Schlüssel trug man anschliessend an einer Schnur um den Hals, damit er nicht verloren ging. Schon bald bekam ich jedoch meine ersten richtigen Schlittschuhe.
Anfangs durfte ich das Moos nur in Begleitung meines Vaters betreten. Das änderte sich, als ich älter wurde. Als Jugendlicher verbrachte ich beinahe jeden freien Winter-Nachmittag auf dem Eis und widmete mich mit grosser Begeisterung dem Eishockeyspielen.
Meine Kollegen, die in der Nähe der Möser aufgewachsen waren, behaupteten immer, das Eis sei dann dick genug, um es zu betreten, wenn Fuchsspuren darauf zu sehen seien. Ob das tatsächlich stimmte, wussten wir zwar nicht – aber wir glaubten es. Manchmal begann das Eis unter unseren Schlittschuhen geheimnisvoll zu quietschen, wenn wir darüberfuhren. Besonders gefährlich wurde es jedoch, wenn der Puck in die Nähe des Schilfgürtels rutschte. Dort war das Eis oft deutlich dünner gefroren. So musste manch einer von uns den Heimweg mit einem durchnässten oder steif gefrorenen Hosenbein antreten.
Ich habe allerdings auch weitaus dramatischere Situationen erlebt. Mehrere meiner Kollegen brachen ins Eis ein. Einer meiner Schulkameraden versank sogar so tief, dass nur noch seine Mütze aus dem Wasser ragte. Nachdem es gelungen war, ihn wieder auf das Eis zu ziehen, erzählte er, er habe grosses Glück gehabt. Unter Wasser habe er sich irgendwo abstossen können, um wieder an die Oberfläche zu gelangen.
Nachdem es zu mehreren solchen Unfällen gekommen war, veröffentlichte die Gemeinde in unserer Tageszeitung einen Warnhinweis. Darin wurde eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass das Schlittschuhlaufen im Moos lebensgefährlich sei und die Gemeinde jegliche Haftung ausdrücklich ablehne. Von diesem Zeitpunkt an mussten ich das Elternhaus heimlich verlassen, wenn ich trotzdem wieder ins Moos zum Eishockeyspielen wollte.
Heute denke ich oft mit grosser Freude an diese unvergessliche Jugendzeit zurück. Immer wenn ich mit meiner Kamera im Naturschutzgebiet der Düdinger-Möser auf Fotopirsch gehe, werden diese Erinnerungen wieder lebendig. Dort, wo einst unsere Schlittschuhe über das Natureis glitten, beobachte und fotografiere ich heute die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt. Das Moos ist für mich deshalb nicht nur ein wertvolles Naturschutzgebiet, sondern auch ein Ort voller Erinnerungen an eine unbeschwerte Jugend.
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