Meine Zeitreise
In meinen jungen Jahren versuchte ich, mir während der Sommerferien etwas Taschengeld zu verdienen. Ein ortsansässiger Bauer – ein Freund meines Vaters – fragte mich, ob ich ihm bei der Heuernte helfen würde. Als Lohn versprach er mir 50 Rappen. Für mich war das damals eine beachtliche Belohnung. Schliesslich kosteten zu jener Zeit ein Liter Milch oder ein halbes Kilo Brot rund 40 bis 50 Rappen, und eine Zeitung bekam man bereits für 20 bis 30 Rappen.
Als der Abend kam und die Arbeit erledigt war, freute ich mich auf meinen ersten selbst verdienten Lohn. Doch zu meiner grossen Verwunderung erhielt ich statt der versprochenen 50 Rappen lediglich eine heisse Tasse Kakao. Als ich nach dem Geld fragte, lächelte der Bauer nur und sagte: «Nächstes Mal!»
Obwohl ich meinen Lohn nie erhielt, blieb mir dieser Tag in bester Erinnerung. Es war eine unbeschwerte Zeit, in der Erlebnisse oft mehr wert waren als Geld – und genau deshalb denke ich heute noch gerne an diese Jugendjahre zurück.
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